Anfang November sind unsere Kollegen nach Ndolage geflogen. Um deren Aufenthalt vor ort zu folgen klicken sie bitte auf den link Hier.

Donnerstag, 24.11.2022


Meike:

Ich wache um 4.30 h ...schlagartig..denke jemand klopft an mein Fenster...sicherheitshalber stelle ich mich erst einmal tot und lausche...okay, ich kann entspannen...es war nur total stürmisch und es gießt wie aus Kübeln...ungewöhnlich kalt ist es auch ...auch zur Sonnenaufgangszeit Regen und Nebel...leider...heute ist unser letzter Arbeitstag hier...

Nach dem Morningreport holt uns das PC Team ins Büro...sogar einen Blumenstrauß haben sie auf den Tisch gestellt...

sie erklären nochmal wie ihr PC Team arbeitet und was sie in den letzten 2.5 Jahren schon erreicht haben...vor allem durch die großzügige Förderung der Else Kröner Fresenius Stiftung, ( das Projekt wurde von Susanne Stockey , Physiotherapeutin im CK Melle ) gegründet. Sie informieren uns allerdings auch über alle Probleme, die ihnen ihre Arbeit erschweren...Dabei geht es fast immer um Gelder, die einfach durch die KH Leitung anders als geplant, eingesetzt werden...

Andy, Manu und Catherine fahren heute mit dem PC Team auf Hausbesuche in die entlegenen Dörfer...nach dem Regen ist es sicherlich eine abenteuerliche Autofahrt...

Dr. Klaus und ich bleiben im Krankenhaus,  2 Op's sind geplant...ich freue mich schon auf einen gemütlichen Nachmittag...in Ruhe meinen Koffer zu packen und vielleicht noch einen Tee an den Felsen mit Aussicht zu genießen...ABER wie immer kommt alles anders...im OP sind wir erst um 14.30 h fertig, mein Magen knurrt schnell ins Haus zum Essen, Dr. Lilian kommt mir entgegen und sucht Dr. Klaus, auf ihn warten schon wieder Patientinnen...und Schulungen wollte er auch noch geben...ich bin mit Hannah auf Verbandwechselrunde...da wir einen aufwändigen Verband im sauberen Bereich des OP machen möchten dauert alles länger als geplant...

Es kommen jeden Menge Freunde um sich von uns allen zu verabschieden,  Geschenke werden verteilt, letzte Probleme noch besprochen...gegen 20.00 h können wir endlich anfangen zu essen, duschen und Koffer packen...


Manuela: 


Heute morgen regnet es ohne Unterbrechung schon seit 4:30 Uhr. Es macht nicht den Anschein, dass es hellervvgggg werden will. Das nenne ich zuhause auch gerne „Bettwetter“. Aber wir haben heute den Ausflug mit dem Palliativ Team organisiert. Da Klaus noch 2 Patienten hat, bietet sich Meike netterweise an, mit ihm im Hospital zu arbeiten, da wir anderen das noch nicht kennengelernt haben. Ein wenig schlechtes Gewissen habe ich schon, da ich weiß, dass Meike auch gerne mitgefahren wäre. Wir haben von allen, die das Team begleitet haben gehört, welche spannenden Eindrücke uns erwarten. Ich freue mich auf den Tripp. 

Wir gehen nach dem Frühstück und der Frühmesse zum Büro des Palliativ Teams und treffen dort auf die Verantwortlichen. Es scheint ein eingespieltes Team und auch Dr. Klaus wird noch zu dem Treffen hinzu geholt. Wir dürfen uns vorstellen, werden nach unseren Eindrücken gefragt und uns wird klargemacht, wie wichtig die Unterstützung des Vereins Hand in Hand mit Nangina für das Team ist. Sie bedankten sich vor allem bei Susanne, ohne die sie lange nicht so weit gekommen wären. Wir versuchen zu beschreiben, dass es trotz Diskrepanzen, von denen wir gehört haben, immer weiter vorwärts ging und sie schon viel erreicht haben. 


Wir machen uns nach einem konstruktiven Austausch mit unserem Fahrer Moses auf den Weg nach Muleba. Wir werden in das White Rose Restaurant zu einer Suppe mit viel Huhn eingeladen. 

Anschließend geht es zum Distrikt Hospital in Gwanseli. Dort erfahren wir von der Krankenschwester, welche Patienten heute zu betreuen sind. Außerdem wird Andy „verhaftet“, um sich ein defektes Ultraschallgerät und mehrer Blutdruckmessgeräte anzusehen. Er kann in 5 min. nicht viel retten, aber wir haben noch das Blutdruckmessgerät von unseren Nachbarn, was wir nach kurzer Absprache dort lassen. Sie haben sich sehr gefreut 

Dann ging es aufs Land irgendwo in der Nähe von Gwanseli zu den Patienten. Mitten in schön gelegenen Plantagen finden wir fast so etwas, wie ein Dorf. Wir werden in eine Hütte eingeladen und der Mann liegt auf seiner Matte recht weich gepolstert. Der Patient ist mit den verabreichten Medikamenten besser zurecht,  als beim letzten Besuch. Als er uns sein Leiden zeigt bleibt mir doch etwas der Atem stehen. Andy hat sich schon vorher verabschiedet. Der Genitalbereich ist nicht zu beschreiben und ich darf ein Foto machen, aber ohne das Gesicht des Mannes. Für das Palliativ Team gehört es zur Dokumentation. Es wird besprochen, wie es weiter geht und bald darauf verabschieden wir uns. In der Umgebung gibt es viel Landwirtschaft. Mir wird gezeigt, wie die Bohnen 🫘 geschüttelt werden, damit sie aus der Hülse kommen. 


Langsam kommt die Sonne raus und wir fahren weiter zu einem in der Nähe wohnenden Mann, der nach einem Unfall epileptische Anfälle hat und aggressiv im Ort herumirrt. Er kratzt sich die Beine auf, was er nicht kontrollieren kann. Die offene Wunde hat sich etwas entzündet. Wir sprechen mit der Tochter, die in einem Nachbarort bei der Familie ihres Mannes wohnt, aber jede 2. Woche bleibt sie mit ihrem kleinen Kind bei dem Vater, der aus meiner Sicht nicht alleine klar kommt. Die Tochter macht einen sehr traurigen Eindruck. Das Team will mit der Familie des Mannes sprechen, damit die Frau ihren Vater bei sich zuhause betreuen kann. 


Unser nächster Stopp ist in Rulanda. Hier treffen wir auf einen neuen Patienten, der sich seine Kapuze über den Kopf zieht, als wir kommen. Schon von weitem riecht man den Verwesungsgeruch. Hier wird erst eine Anamnese aufgenommen und wir stellen uns etwas in den Schatten. Ich bekomme von dort nicht alles mit, aber sehe ein offenes Bein die komplette Außenseite ist wie weggefressen. Das Bein schwarz bemalt. Der 22 jährige ist Fischer und im See von irgendetwas gestochen worden. Der Vater meinte, dass sein Sohn verhext sei und mit Zauber ist er dagegen angegangen. Er durfte nicht zum daktari. Ich habe gefragt, was man da machen kann, ob eine Amputation notwendig wäre. Das ist keine Option mehr, da es schon bis zur Hüfte vergammelt ist. Ihm hilft nur noch Morphium. Die Mutter und der kleine Bruder waren sehr fürsorglich, der Vater sehr distanziert. Ein sehr trauriger Fall. 

Wir hatten noch ein paar Zahnbürsten von Meike mitbekommen, hier haben wir sie abgeben lassen. Ob das sinnvoll war, wissen wir nicht. 


Weiter geht unsere Fahrt wieder zurück zum Distrikthospital, um dann weiter nach Magata zu fahren. Hier fahren wir durch Bananenplantagen, eine wunderschöne Gegend, bis wir zu einem Backsteinhaus kommen, zu einer netten Familie, die Mamma, auf dem Boden krabbelt und nicht aufstehen will, die Söhne scherzen, dass sie jetzt wie eine 3jährige ist. Die Tochter ist schwach und sackt einfach zusammen auf einen Schemel und es ist schnell klar, dass sie die Patientin ist. Als sie uns die Wunde zeigen soll, und die Tücher hoch zieht, wird Andy ganz weiß. Er verlässt das Zimmer und unterhält sich lieber mit dem Fahrer. Das Geschwür an der Brust sieht auch für mich katastrophal aus. Es wird überlegt, wie das Morphium dosiert und dokumentiert werden kann, da der Patient schlecht war und sie selber nicht schreiben kann. Auch die Mamma hat Tabletten gegen ihr Rheuma bekommen, was  schon jetzt zu Verwechslungen geführt hat, da der eine Sohn nicht mitbekommen hatte, dass seine Mutter auch etwas bekommen hat. 


Die Familie hält gut zusammen und können gemeinsam Lachen, auch wenn es wenig Hilfe gibt. Was mich verwundert hat, dass dieses Ausmaß an Tumor nicht genau so gerochen hat, wie das Bein vorher. Aber es gibt wohl eine bestimmte Lösung zum Einpinseln, die das verhindert. 

Wir fahren weiter durch die Plantagen, bis wir auf das Haus von der angeheirateten Familie des Mädchens, dass sich ein um die andere Woche um den Vater kümmert. Hier sprechen die Verantwortlichen mit dem Vater. Das Ergebnis werden wir abwarten müssen. 


Auf dem Heimweg werden noch ein paar Besorgungen gemacht und wir müssen unsere Eindrücke erst einmal verarbeiten. Die Landschaft ist bei Sonnenschein einfach großartig. Moses meinte dann, dass er Hunger hätte und Andy natürlich sowieso. Ich hatte noch ein paar Bonbons mit, um die sich hinterher alle „gerissen“ haben. 


Kaum daheim und geduscht, hatten wir den ganzen Abend Besuch, so dass wir nicht einmal zum Packen gekommen sind. Die vielen Geschenke, die lieben Wünsche und auch Erwartungen, dass Meike viele Geschenke für Dr. Beyer mitnehmen muss, machen uns recht müde. Wir müssen aber noch etwas in unseren Block schreiben, deshalb müssen Klaus und ich das noch etwas austüfteln. Aber um kurz nach 11 Uhr hat auch das funktioniert. Das Packen hat noch etwas gedauert, so dass die Nacht mal wieder kurz war. 





























Mittwoch, 23.11.2022

Meikes Bericht wird nachgereicht, da das Internet leider abbricht

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Bericht Mittwoch 

die Nacht über hatte ich schon das Gefühl nicht alleine in meinem Zimmer zu sein...als ich Licht anmache guckt mich ein kleiner Gecko an 😚...gut denn er frisst Moskitos  






Nach dem Morningreport treffen wir Naomi,(sie wurde Samstag Abend notfallmäßig von Dr. Klaus operiert) es geht ihr gut und wir dürfen ein Foto mit ihr zusammen aufnehmen. 

Dr. Klaus zeigt heute wie man einen Uterus von vaginal (also ohne Bauchschnitt) entfernt, ein Verfahren welches hier noch nicht verbreitet ist...dementsprechend hoch ist das Interesse...😅

Seit ein paar Tagen begegne ich Dennis, ein ca 6 jähriger Junge mit einem zugeschwollenem Auge, er strahlt mich immer so vertraut an und hat sich sofort meinen Namen gemerkt, einmal hat er mir und Hannah  sogar ein halbes Bonbon geschenkt und ich nehme mir vor ihm auch etwas zu schenken...Doch es kommt anders...vor dem Haupteingang kommt Dennis (offenbar in Begleitung seiner Mutter) mit einer riesen Tasche balancierend auf dem Kopf (hier werden häufig schwere Dinge auf dem Kopf getragen) auf mich zu und schenkt mir eine Papaya...er ist anscheinend entlassen worden...ich habe leider kein Foto von ihm...aber dieser kleine Kerl mit seinem strahlendem Lächeln wird mir ewig in Erinnerung bleiben...und ich hatte leider wieder nichts bei mir was ich ihm hätte schenken können...😥

Am Nachmittag fahren wir nach Isimbya Hospital,  eine ehemalige Dispensary ( Krankenstation im ländlichen Gebiet) , die dort ca soviele Geburten verzeichnen wie im Marienhospital Osnabrück !!!

Die Fahrt ist abenteuerlich...mitten auf einer unbefestigten Landstraße haben die Bauarbeiter einfach ihr Fahrzeug stehen lassen...und der rege Durchgangsverkehr kann sehen wie er vorbei kommt...😂wir werden während der ganzen Fahrt ordentlich durchgerüttelt....ich könnte nte stundenlang so durch die Landschaft fahren...die Farben...blauer Himmel, rote Erde, grüne Plantagen (Banane,  Mango, Reisfelder) Felsen und Berge wechseln sich ab, dazwischen die bunten Kangas der Frauen ( bunte Tücher die als Kleidung getragen werden) ...alles einfach wunderschön!


Mittwoch, 23.11.
Ein spannender Tag steht uns heute im Op bevor: der Plan ist, mit Dr. Lilian zusammen eine Gebärmutterentfernung auf dem Weg über die Scheide als „Ausbildungs-Op“ durchzuführen, aber wie das so ist in Afrika, der Plan ist das Eine, die Realität das Andere. Jedenfalls hat sie die Verabredung am Abend vorher die Op-Schritte theoretisch durchzugehen und ein paar Handgriffe zu üben verstreichen lassen. Bei der Morgenbesprechung laden wir noch alle weiteren Kollegen ein, sich die Op anzusehen. Der Anästhesist ist motiviert und lässt Hannah die Spinale stechen. Ich engagiere sie sofort als Op-Assistentin und ein junger Arzt hilft auch mit, aber den ganzen Morgen hat noch keiner Dr. Lilian gesehen. Ich werden schon ein wenig traurig, denn ihr, der Krankenhaus Direktorin, diese Op-Technik zu zeigen war der das zentrale Argument und die grundlegende Motivation für uns, das zweite Team, diese Reise und diesen Einsatz anzugehen. Es stehen schon alle „Gewehr bei Fuß“: die Assistenten sind positioniert, Manuela und Edina haben ihre Instrumenten-Tische gerichtet und stehen an der richtigen Stelle, Meike und Catherine haben die Kamera gezückt und Dr. Lolwako das Gebet gesprochen da erscheint sie im allerletzten Augenblick, wäscht sich und schiebt alle anderen beiseite um vorne dabei zu sein. 



Ich arrangiere die Mannschaft neu und sehe zu dass sie Schulter an Schulter direkt rechts neben mir sitzt.
Die Op läuft ganz gut, ich kann viel erklären und zeigen. Dr. Lilian ist überglücklich………
und der Patientin geht es auch gut.

Manuela:

Diesmal habe ich auch ein Sonnenaufgangsbild gemacht, leider war es etwas bewölkt. 



Das Frühstück war wieder super lecker und so konnten wir gestärkt in die Morgenmesse.



 Nach der Frühbesprechung haben wir das Mädchen mit der Abtreibung getroffen, der es den Umständen entsprechend gut geht. Wir machen ein gemeinsames Foto. 




Anschließend sind wir in den OP und und bereiten die Patientin mit der vaginalen OP vor. Diese OP wurde hier das 1. Mal gezeigt und alle waren sehr aufmerksam und filmten die OP-Schritte von Dr. Klaus, der Dr. Lilian motiviert mit „ah-oh-äh…und aha dich diese OP führte. Das war der Einsatz, den wir uns gewünscht hatten. 



haben den Verbandswechsel bei den beiden Jungen gemacht, die Dr. Guido letzte Woche operiert hatte. Beide haben trotz Narkose Schmerzen beim Verbinden. Nach der Säuberung sahen beide Wunden relativ gut aus. Wir hoffen, dass das auch so bleibt, da die Sterilität etwas mehr zu Wünschen übrig lässt. 




Zum Mittag gab es Hühnchen mit Gemüse, so ähnlich wie Grünkohl, mit ein paar Möhren und Ugali. Natürlich gab es frische Früchte als Nachtisch. Ich bin alleine zum Essen gewesen. Als ich Andy abholen wollte, war er schon fertig, Meike blieb während des Wechsels im OP und Catherine und Klaus waren noch in der Sprechstunde. 





Also nur schnell Essen und dann wieder zurück. Ich treffe auf einen netten jungen Mann, der etwas deutsch mit mir spricht und Dr. Bayer kennt. Leider passe ich nicht auf, und mir reißt es förmlich den Boden unter den Füßen weg. Ich konnte gar nicht so schnell Luft holen wie ich auf der linken Seite, komplett in der Matsche lag. Außer ein paar geprellt Rippen und ein paar rausgesprungenen wirbeln, ist mir nichts passiert. Ich hatte sofort Hilfsangebote von einem vorbeifahrenden Radfahrer und von dem netten jungen Mann, dem ich jetzt zu Füßen lag. Ich habe versucht, mich so gut es ging zu reinigen und bin froh, dass es heute noch nicht geregnet hatte. Dann bin ich wieder in den OP, um Meike zu unterstützen, die gerade den 2. Patienten eingeleitet hatten.  Wir haben die Septopalkette entfernt und die Wunde soll erst einmal offen bleiben, so haben Meike und ich uns besonders viel Mühe gegeben, um die Sterilität einzuhalten, viel zu spülen und den Verband so gut es geht „abzudichten“



Meike ist dann spät zum Mittagessen gegangen und hat auf dem Weg dorthin bei Andy vorbei gegangenen. Er soll im OP irgendwelche Kabel austauschen. Ich habe dann noch eine Weile gewartet, bis Andy kam, aber leider war der Anästhesist schon wieder weg, bevor wir das klären konnten. Wir beschließen, dass Hanna die Kabel für ihn mitnehmen soll. 





Gegen 16:00 Uhr sind wir mit Lilien verabredet, die uns ein Krankenhaus zeigen möchte, in dem sie gelernt hat. Es liegt in Izimbya, mit dem Auto eine ca 45 min. Fahrt, die sehr abenteuerlich durch Rekonstruktion der Straßen wird. Zwischendurch müssen wir aussteigen, da ein Bagger im Weg steht und der Fahrer sehr vorsichtig ist



Wir bekommen eine Führung durch das Hospital und Dr. Lilien wird überall herzlich begrüßt. Wir erfahren, dass es hier genau so viele Geburten im Jahr gibt, wie im MHO. Allerdings liegen dort nur 3 Pakete mit sterilen Instrumenten im Bereich des Steris. Wir erfahren, dass die Sektiorate auch nur 8% beträgt. Es gibt ein gutes Computersystem, was es in Ndolade noch nicht gibt. Klaus ist sehr interessiert, da es sehr hilfreich für die notwendigen Dokumentationen wäre. An den Wänden hängen Hinweise zur sterilen Händedesinfektion, wie bei uns. Das Haus sieht sehr großzügig und aufgeräumt aus, bis auf die Kinderstation, hier riecht es sehr streng, dort gibt es Kochmöglichkeiten und ein Mann bettelt für sich und sein Kind. 





Wir machen uns zurück auf dem Heimweg, denn in der Dunkelheit ist das Autofahren gefährlich, weil viele Mopeds blenden oder gar kein Licht haben. 

Wir sind dann aber passend zum Abendessen zurück, bis alle geduscht sind und der Abend verfliegt, wie im Flug, wie die ganze Zeit hier. Wir besprechen all unsere Fälle und Andy berichtet von seinen kleinen Erfolgen. 


Dienstag, 22.11.2022


Meikes Bericht wird nachgereicht, da das Internet leider abbricht

Dienstag morgen,  nach dem Morningreport gehen wir alle gemeinsam zur Intensivstation, das junge Mädel, um die wir seit Samstag Abend so gebangt haben, sitzt im Bett und 'würgt' grad das Antibiotikum herunter....es sind echt dicke Tabletten 💊 und ihr Hals ist durch die schwierige Intubation noch gereitzt...es geht ihr besser, die Nieren arbeiten besser, sie soll heute auf die Normalstation verlegt werden 🤩
Hannah und ich machen uns auf die Suche nach Unterarmgestützen für Amoni, die ersten Versuche in unserem Beisein sehen schon recht gut aus...strengen ihn aber noch sehr an.




Bevor wir gleich in den OP gehen um die Instrumente für die morgige Vaginale Hysterektomie (Uterusentfernung) zusammenstellen, besuchen wir den Kindergarten. Als sie uns sehen, rufen alle schon laut "Muzungu Muzungu" (ist der Begriff für uns Europäer) wir haben Malutensilien und Zahnpflegesets im Gepäck, alle sind ganz begeistert und bedanken sich mit einem Lied. 
Zurück im OP packen wir mit Winfrieda die restlichen Mitbringsel an Materialien aus und schon kommt ein Hilferuf nach Christian ( unser Kollege und Anästhesie Pfleger, der allerdings schon wieder in Deutschland ist)
Dank WhatsApp können wir allerdings die offenen Fragen klären. 
Nachmittags wird Jackson mit der verbrannten Hand wieder frisch verbunden...es ist schon erstaunlich was die Patienten hier aushalten müssen...wir haben ihm allerdings vorher Schmerzmittel gegeben...

Manuela:

Nach dem mittlerweile zur Routine gewordenen morgendlichen Ablauf: Frühstück mit viel frischem Obst, Morgenandacht und Meeting geht es heute in den Kindergarten, den es für die Kinder der Angestellten hier auf dem Gelände gibt. 





Anschließend versuchen Meike und ich die Instrumente zusammen zu stellen, die wir für eine vaginale Entfernung der Gebärmutter morgen geplant haben 

Ein paar Instrumente müssen wir im OP mit Winfrieda ergänzen und als Set verpacken. Das geht alles problemlos, denn es stellt sich heraus, dass Windriefa im OP alles unter Kontrolle und Verschluss hat. 

Im OP haben wir dann noch das neu angekommene „Packet“ s.u. gesehen. Die männliche Hebamme hat es wirklich als Geschenk verpackt, wie eine kleine Raupe eingewickelt. 

Leider bleibt uns am Tag nicht viel Zeit um die Natur hier genießen zu können


Montag, 21.11.2022

Meike:

Heute endlich mal wieder ein schöner Sonnenaufgang 🌄 es sieht auch nicht nach Regen aus. Nach der Andacht und der Morgen Besprechung wird Andy gleich abgefangen  von Dr. Lilian. Es gibt für ihn als Techniker viele defekte Geräte...

Auf Dr. Klaus warten schon viele Patientinnen, doch das Untersuchungszimmer ist noch gar nicht ausgestattet...es fehlt an Spekula und desinfizierender Lösung um die Instrumente zu reinigen...das ist gar nicht so einfach...im OP werden uns 2 Kanister gegeben und ein Zettel mit der Dosierung...damit gehen wir zur Apotheke und dort wird dann alles angemischt...

So, nun kann Dr. Klaus starten...Catherine,  seine Frau assistiert ihm dabei.

Auf dem Weg zum OP treffen wir Hannah mit der jungen Patienten (die Samstag Abend notfallmäßig Laparatomiert wurde) sie ist zum 1. Mal aufgestanden und läuft ein paar  Schritte in Begleitung. Leider macht ihre Niere noch Probleme...sie ist leider immer noch nicht 'über dem



Später im OP haben Manu und ich noch ein nettes Gespräch mit einem jungen angagierten Arzt, der uns bittet das Personal gezielt zu schulen...1. Sterilität, 2. Zeit ( Pünktlichkeit und Schnelligkeit) 3. Anreichen von Instrumenten...ja, er hat hier die grundsätzliche Problematik gut erkannt...

Natürlich ist es schwierig für uns als Gäste kritische Situationen anzusprechen...das ganze noch auf englisch so rüber zu bringen ohne beleidigend oder besserwisserlich zu wirken...uff schwierig...versuchen wir es ....mein Gefühl dabei ist allerdings nicht gut..es werden immer weniger 😳am Ende bleiben wir mit Abdul (junger Pfleger) und Winfrieda (OP Ltg) alleine zurück...wir trainieren erfolgreich sicheres Anreichen von scharfen Instrumenten. 

Morgen sollen wir das restliche Team coachen (einige sind gut ausgebildet und andere eher weniger...).

Andy hat mit einem KH Techniker erfolgreich eine Überwachungseinheit repariert .

Ich unterstütze Hannah bei den Verbandswechseln, bei Majid wird am Mittwoch die temporäre Kunsthaut gewechselt und bei Amoni die Antibiotikaträger in der Wunde. Bei Jackson ist an einigen Stellen die transplantierte Haut leider nicht angewachsen...ob es die unzureichende Sterilität im OP ist oder das ganz andere Keimspektum insgesamt...??? 

Von Dr. Guido und Team hören wir, dass sie sicher in Düsseldorf gelandet sind allerdings scheinen die Koffer nicht mitgekommen zu sein...sie schicken ein Foto vom 'baggage tracing' ... 


Manuela:

Montag ist endlich unser 1. Arbeitstag. Nach dem leckeren Frühstück sind wir noch etwas unsortiert und zur Morgenandacht in der Kirche etwas spät dran. Da ich kein Suaheli verstehe, mitsingen ist damit auch schwierig 😅, bedeutet das für mich 15 min entspannen. Die Vorstellungsrunde war dann teilweise in englischer Sprache. Und Dr. Lilien fordert, dass wir uns alle selber vorstellen mussten.  


Anschließend sind wir zur Frühbesprechung in den Meetingraum, um zu hören was am Wochenende passiert ist. Unsere Patienten mit der Abtreibung ist dort auch Thema. Es geht ihr besser, die Ausscheidung muss weiter kontrolliert werden, die Gefahr, dass sie eine Sepsis bekommt, ist immer noch gegeben. Anschließend gehen wir mit zur Visite und treffen auf die Patientin, die noch sehr geschwächt ist.



Nun bekommt Dr. Klaus sein Zimmer für die Untersuchung gezeigt. Und Andy seine Werkstatt. 


Hier sollen sich die beiden einrichten   In dem Sprechzimmer gibt es noch nicht genug Equipment, die richtigen Spekula zur Untersuchung und auch Lösung zum desinfizieren fehlt. Catherine, Meike und ich ziehen los in den OP um anschließend mit dem Zettel von Winfrieda, der leitenden OP-Schwester, weiter in die Apotheke. 



Der Apotheker ist sehr bemüht, die Lösung herzustellen, aber 2 x 740 ml Spirit muss er mit dem Taschenrechner ausrechnen. 



Danach besuchen wir Andy in der Werkstatt. Er hat eine Auszubildende an die Hand bekommen und scheint sehr zufrieden. 



Catherine hilft Klaus bei der Sprechstunde, Meike und ich erkunden den OP uns unterhalten uns mit Winfrieda, die nicht sehr glücklich mit ihrem Team ist. 



Um 13:00 Uhr treffen wir uns zum Mittagessen und anschließend geht jeder wieder an seinen Arbeitsplatz. Nachmittags treffen wir, Andy, Meike und ich, uns auf ein Getränk im Café, und treffen auf Mrs. Daisy, wie Dr. Lilian bei uns genannt wird, wenn wir über sie sprechen 😅. Meike schaut noch nach den Patienten, die sie letzte Woche versorgt hat. Auf dem Heimweg drehen Andy und ich noch einmal um, weil Andy nun doch im Dorf nach einem kinyozi suchen will. Gut dass es einen Übersetzer bei Google gibt🤔. Der Salon ist versteckt in der Bananenplantage und der Friseur muss auch erst gesucht werden, aber dann ist er eifrig dabei. Ich musste nun unbedingt mit, so dass ich mich mit den Kindern im Ort beschäftigen muss und als Andy fertig war, hatte er einen asymmetrischen neuen Haarschnitt 🫣. 



Den Abend sitzen wir nach unserem leckeren Essen (wenn das so weiter geht, nehme ich mindestens 3 kg zu) gemeinsam auf der Terrasse und reflektieren unsere Arbeit. Wir sind gut mit den ersten kleinen Schritten zufrieden und müssen uns nur noch in etwas Geduld üben. Schließlich ist das hier nicht Langeoog, wie wir den Spruch von Guido letzte Woche übernommen haben. 


Montag, 21. und Dienstag 22. 11.:



Montag und Dienstag ist Sprechstunde, die ich nur mit Catherine´s tatkräftiger Unterstützung hinkriege. All das Entscheidende, was wir uns in Malawi aufgebaut hatten, fehlt hier natürlich: angefangen von einem anständigen Gynäkologischen Stuhl auf dem auch älteren Damen ohne Verrenkungen Platz nehmen können über ein wenig Privatsphäre beim Entkleiden oder gute Lichtverhältnisse für die Untersuchung bis zu einem vaginalen Ultraschall-Gerät für klare Sicht und detaillierte Diagnosen. Aber: „Verwöhnte sollten nicht mitfahren“ wie Guido immer sagt und daher gilt es zu improvisieren: Paravent für die Privatsphäre, auch wenn es dadurch eng wird, Handy-Leuchte fürs Licht  und Bauch-US.

Wir sehen, mit Dr. Lilian zusammen, viele Patienten mit Kinderwunsch, aber auch zwei für eine OP und eine junge Frau deren Erkrankung mich sehr an das „Goldberg-Maxwell-Morris-Syndrom“ erinnert. Ich kann ihr jetzt nicht helfen und muss Sie und ihre Mutter daher auf das nächste Mal vertrösten in der Hoffnung in der Zwischenzeit einen Kollegen zu finden, der Erfahrung darin hat und auch mitkommen möchte.

Unserer Patientin von Samstag, sie heißt Naome,  geht es immer besser, sie kann auf die Normal-Station verlegt werden, essen und rumlaufen.



Andy


Der Besuch des Krankenhauses in Ndolage aus technischer Sicht:

Mit dem Besuch der Kirche morgens um 7:30 Uhr fängt der Tag an. Nach dem Gottesdienst startet der Einsatz. Lilien, die Leiterin des Krankenhauses, hat sich super viel Zeit für mich genommen. Sie hat mir die wichtigsten Geräte gezeigt, die möglichst repariert werden sollen. Am Ende der Besichtigung wird mir Löyda, Moses und Jonathan vorgestellt. Sie sind für die Technik im Krankenhaus zuständig und werden die Begleiter während meines Einsatzes sein. Löyda ist die Auszubildende im technischen Bereich. 

 




Die erste Herausforderung von Jonathan, Löyda und mir ist eine 230 Volt Steckdose mit Schalter. Die Steckdose


wird für das Prüfen von Geräte benötigt. Leider funktioniert der Schalter nicht und der Prüfling, ein Diagnosemonitor, konnte so nicht in Betrieb genommen werden. Also schnell den Schalter reparieren, das ist unser Gedanke. In Deutschland würde ich einen neuen Schalter einsetzen. Hier gibt es keinen Neuen. Somit muss der Schalter zerlegt werden. S du
Mit viel Ruhe die Schrauben des Schalters lösen und schon ist es passiert. Federn und Kleinteile fliegen durch die Luft. Nach ca. einer Stunde sind alle Teile gefunden, die Kontakte gereinigt und jetzt müssen wir den Schalter wieder zusammensetzen. Sieben Versuche und eine Stunde später ist es geschafft. Der Schalter funktioniert wieder. 
Wir waren sofort ein Team. Und wird schnell klar: Nur zusammen können Herausforderungen gemeistert werden. 
Jetzt noch den Diagnosemonitor reparieren. Der Fehler war leicht gefunden. Ein Schlauch der 
Blutdruckmanschette ist defekt. Eine Dichtung erneuern und fertig. Bei dem zweiten Gerät ist der Filter für die Kühlung verschmutzt. Auch das war leicht repariert. 
Danach ging es in den Operationsbereiche. Hier steht ein Sterilisator. Der ist ca 30 Jahre alt und zeigt kein Leben. Mit Ela an der Seite fühle ich mich wohl und eine bessere Assistentin gibt es für mich nicht. Viele Messungen später und der Fehler ist eingekreist. Entweder ist es ein Relais oder ein Bauteil in der Elektronik. Das muss morgen mit Jonathan geklärt werden. 
Am nächsten Morgen konnten Jonathan und ich den Fehler des Sterilisators finden. Es es ist ein Bauteil in der Elektronik. Dieses Teil muss neu gekauft werden. So ist es leider noch nicht möglich das Gerät wieder in Funktion zu bringen. Am Nachmittag ist Ausbildung mit Löyda angesagt. Ein sehr wichtiges Thema in Ländern wie Tansania. 
Hier gibt es sehr oft Spannungsabfälle was die Netzteile in den Geräten zerstört. Somit ist es wichtig die Funktionen zu kennen. Alles am Beispiel eines defekten Druckers konnten wir die Funktion der Bauteile besprechen und Messungen im Gerät durchführen. Am Ende des Tages ist der Drucker repariert und wir konnten zufrieden in den Feierabend gehen. 






Anfang November sind unsere Kollegen nach Ndolage geflogen. Um deren Aufenthalt vor ort zu folgen klicken sie bitte auf den link Hier.